Musik-Kabarettist Vogelmayer präsentiert an zwei ausverkauften Premieren-Abenden im Paul-Theater sein neues Programm „Auf geht’s“. Ein Abend mit Witz und Charme.

„Reise vor dem Sterben, sonst reisen deine Erben.“ Es sind die pointierten kurzen Gags, mit denen der Mitterfelser Kabarettist Vogelmayer das Publikum sofort in seinen Bann zieht. Das hat es sich kurz vor 20 Uhr gemütlich gemacht, in den roten flauschigen Plüschsesseln, für die das Paul-Theater bekannt ist.

Knapp 100 Gäste warteten sowohl am vergangenen Freitag als auch am Samstag auf das neue Programm, an dem Thomas Mayer alias Vogelmayer viele Monate gearbeitet hat. „Ein paar Klassiker aus alten Bühnenprogrammen dürfen aber nicht fehlen, die hab’ ich weiterhin drin“, verrät er im Interview in der Künstlergarderobe, kurz vor Veranstaltungsbeginn. Klar, die Stones spielen ja auch kein Konzert ohne „Satisfaction“. Doch hatte der 44-jährige Familienvater so einige neue Witze und vor allem Songs auf Lager, die für großes Gelächter sorgten.

Auch verstand er es, immer wieder ganz spontan das Publikum miteinzubeziehen. Einem Mann in der ersten Reihe, der sich als Harry vorstellte, widmete Vogelmayer sogar ein ganzes Lied. Als es im Text darum ging, dass dieser Harry ein Ass im Haushalt sei, stieß seine neben ihm sitzende Gattin ein lautes Lachen hervor. Sehr zur Freude des restlichen Publikums. Und spätestens, als Vogelmayer erklärte, dass das „frühere Fensterln quasi das heutige WhatsApp“ sei, war die Stimmung auf ihrem Höhepunkt angekommen.

Der Mitterfelser hat den Spagat zwischen klassischen Gags, leicht provokanten Publikumsaktionen und Songs, die zum Schmunzeln und Mitklatschen anregten, mit Bravour gemeistert. Nach rund 60 Minuten gönnte er seinen Gästen eine kurze Lachpause. Doch bevor man sich mit Kaltgetränken erfrischen konnte, stieß er noch das Thema Pressefoto an. „Wir machen gleich ein Bild fürs Tagblatt. Wollen alle drauf oder ist jemand krankgeschrieben?“ Mit diesem Joke ging es in eine 20-minütige Pause.

Seit gut 25 Jahren steht der Niederbayer auf der Bühne, spielt in Bayern, Deutschland, Österreich. Vor seiner hauptberuflichen Karriere als Kabarettist arbeitete er 20 Stunden pro Woche im Straubinger Landratsamt. Aus 20 Stunden wurden zehn, wurden fünf. Die „Lachnummer“ wurde erfolgreich und erfolgreicher. Heute kümmert er sich 60 Stunden pro Woche um seine humorvolle Selbstständigkeit. „Ich schreibe alle Lieder selber“, so Vogelmayer, der seit rund zehn Jahren verheiratet ist und mit Frau und Sohn im Eigenheim in Mitterfels lebt. „Und im neuen Programm sind so fünf, sechs Lieder mehr drin als im alten.“

Und die Lieder – sie kommen an beim Publikum. Auch in den nächsten 75 Minuten, die Vogelmayer nach der Pause auf der Bühne steht. Zwischendurch fragte er in die Runde, wer denn alles ein Tattoo habe. Einige heben die Hand. Nicht so eine Dame in der ersten Reihe – das nächste „Opfer“ vom Vogelmayer. „Genug Platz wär’ da fei scho’, oben am Dekolleté.“ Ein großer Lacher fürs Publikum, und auch die Dame nimmt’s sichtbar gelassen und mit Humor.

Fazit: Sitting Ovations vom Publikum. Eine Riesengaudi-G’schicht’. Die beiden Premierenvorstellungen des neuen Programms „Auf geht’s“ waren ein voller Erfolg. Zwei Abende in gemütlicher Kulisse, stilvoller Atmosphäre, die das Paul-Theater ausstrahlt. Auch die gute Organisation des Vereins, der seit elf Jahren die Veranstaltungen im Theater koordiniert, trug zu äußerst gelungenen Stunden bei.

Info

Am 6. November feiert das Ensemble des Theatervereins die Premiere seiner neuen Eigenproduktion „Eingeschlossene Gesellschaft“. Eine Komödie unter Regie der Vorsitzenden Brigitte Vogel. Tickets und Infos gibt es unter www.paul-theater.de.

Text und Foto: Torsten Widua · Straubinger Tagblatt, 16. September 2026

Zeitungsartikel als PDF herunterladen